Wenn Hunde raufen

Davor fürchtet sich jeder Hundebesitzer: Beim Spaziergang gibt es Ärger mit einem anderen Hund, und zwar richtigen Ärger. Wenn zwei Hunde ernsthaft raufen, dann dürfen Sie eines auf gar keinen Fall, nämlich dazwischen gehen. In dieser Extremsituation unterscheidet der Hund nicht zwischen Freund und Feind – sogar der eigene Mensch kann gebissen werden.
 
Verhalten: Raufen © animals-digital.de
Lautes Schreien oder Schimpfen ist in einer akuten Streitsituation kontraproduktiv.

1. LECKERLI-REGEN

Es ist nun mal so: Die allermeisten Hunde lassen alles stehen und liegen, wenn es ums Fressen geht. Ein Leckerbissen ist meist sogar interessanter als eine Rauferei. Und das sollten Sie ausnutzen. Leckerlis hat fast jeder Hundebesitzer auf seinen Spaziergängen dabei – greifen Sie beherzt in die Tasche und werfen Sie eine ganze Hand voll davon mitten auf die raufenden Hunde. Der unerwartete Leckerli-Regen wird schnell seine kühlende Wirkung zeigen. Wenn sich die Hunde dann auf das Fressen der Happen konzentrieren, ist ihnen der schärfste Wind erst einmal aus den Segeln genommen und Sie können sie auseinanderbringen.

2. VERWIRR-TAKTIK

Bei allen Tricks geht es um Ablenkung und Verwirrung, um den Streit zu unterbrechen. So auch hier: Nehmen Sie irgendein Kleidungsstück, das Sie entbehren können. Egal, ob Jacke, Sweatshirt oder Regencape – ziehen Sie es aus und werfen Sie es auf die raufenden Hunde. Die beiden verlieren unter dem dunklen Stoff sofort die Orientierung, sind für einen Augenblick aus der Fassung und lassen voneinander ab. Auch ein Regenschirm (sofern vorhanden) eignet sich zur Verwirrung: Spannen Sie ihn schnell und direkt neben den Hunden auf – die meisten erschrecken sich dabei.

3. SÄUSEL-STIMMEN

Was ist so ungefähr das Letzte, was zwei wilde Streithähne im Eifer des Gefechts erwarten? Dass jemand mit absolut sanfter Stimme zu ihnen spricht und dabei ganz ruhig bleibt. Tatsächlich lässt genau dieser Trick so manchen Raufbold die Ohren spitzen. Und genau darum geht es ja: irgendwie die Aufmerksamkeit der Hunde zu erheischen, damit der Bann einen Moment lang gebrochen ist und genau der Augenblick Ruhe eintritt, den die Besitzer brauchen, um ihre Hunde auseinanderzubringen. Die sanfte Stimme eignet sich besser als die strenge Stimme, obwohl sich das vielleicht zunächst paradox anhört. Aber der Überraschungseffekt ist beim Säuseln größer, und die Hunde werden davon nicht angestachelt – wie eventuell durch Schreien.

4. FAHNEN-FLUCHT

Wo laufen sie denn hin? Das sollten sich im Idealfall die raufenden Hunde fragen, wenn Sie folgenden Trick anwenden: Gleichzeitig drehen sich beide Besitzer um und rennen in entgegengesetzte Richtungen weg. So eine überraschende Reaktion schüchtert die meisten Hunde ein. Natürlich müssen Sie sich für diese Methode mit dem Besitzer des „Gegners“ absprechen, denn sie klappt nur, wenn wirklich beide loslaufen. Dann sollten die Hunde jeweils dem eigenen Frauchen oder Herrchen ihre Aufmerksamkeit widmen und sich so automatisch in zwei verschiedene Richtungen orientieren.

5. KLATSCH-KONZERT

Lautes Schreien oder Schimpfen ist in einer akuten Streitsituation kontraproduktiv, denn es spornt die Hunde noch an, weil es sie aufregt und provoziert. Ein lautes Geräusch, das die Kontrahenten aufschreckt, ist dagegen oft wirksam. Viel besser als laute Stimmen funktioniert lautes Klatschen. Am besten verständigen Sie sich auch hier mit dem anderen betroffenen Hundehalter und beginnen gleichzeitig Ihr Klatschkonzert direkt neben den Hunden. Wenn Sie sehen, dass die Tiere kurz irritiert sind und zu Ihnen schauen, können Sie sich klatschend entfernen – Herrchen oder Frauchen, die den Ort des Geschehens verlassen, sind immer irritierend.

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