Wenn der Hund an der Leine zieht

Ganz gleich, wie sehr Ihr Hund Sie nervt, weil er Sie  an der Leine hinter sich herzieht, eines dürfen Sie auf keinen Fall: an der Leine reißen. Der „Leinenruck“ ist out, denn er kann zu Verletzungen am Kehlkopf oder Verspannungen in der Halswirbelsäule führen.
 
Verhalten: Ziehen © animals-digital.de
Die Erfahrung sehr vieler Hundehalter zeigt, dass ein Geschirr offenbar weniger zum Zerren animiert.

1. STOPP

Ihr Hund zieht mit aller Macht und lässt sich durch gutes Zureden nicht aufhalten? Dann halten Sie ihn auf, indem Sie einfach stehenbleiben. Natürlich wird der Hund jetzt erst recht wie ein Wilder ziehen. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken und versuchen Sie, ganz ruhig zu verharren– als wären Sie ein Pfosten, an den der Hund angeleint ist und der sich durch Zerren nicht im Geringsten beeindrucken lässt. Erst wenn die Leine wieder locker ist, gehen Sie weiter. Und zwar wieder nur solange, bis das Ziehen von Neuem beginnt. Diese Methode erfordert Konsequenz, Zeit und Geduld – aber sie wirkt.

2. WECHSEL

Wenig verunsichert einen Hund so, wie wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Zum Beispiel, wenn er in eine Richtung zerrt und Sie ihn ganz plötzlich in die entgegengesetzte Richtung lotsen. Die Verunsicherung können Sie nutzen, denn sie wird Ihren Hund erst einmal vom Zerren an der Leine abhalten. Das geht so: Wenn er zerrt, bleiben Sie stehen, drehen sich um und schlagen eine neue Richtung ein. Jetzt müssen Sie Ihren Hund mit Stimme oder Leckerli locken, damit er den Richtungswechsel mitmacht. Nach einiger Zeit merkt er, dass ihm das Ziehen in eine Richtung nichts bringt.

3. GESCHIRR

Es lässt sich wissenschaftlich nicht belegen oder erklären. Trotzdem zeigt die Erfahrung sehr vieler Hundehalter, dass ein Geschirr offenbar weniger zum Zerren animiert als das normale Halsband. Fest steht auf jeden Fall, dass ein Hund sich selbst beim Zerren mit Brustgeschirr weniger Schaden zufügen kann, als wenn er an der Leine, die am normalen Halsband befestigt ist, zieht. Denn in letzterem Fall entsteht ein großer Druck auf den Hals- und Nackenbereich, während das Geschirr dafür sorgt, dass der Druck gleichmäßiger auf den ganzen Rumpf verteilt wird.

4. HALTI

Ein „Halti“ ist eine moderne Erziehungshilfe – eine Art Kopfhalter, mit der ein leichter Druck auf die Hundeschnauze ausgeübt werden kann. Es kann beim Abgewöhnen von Ziehen & Zerren sehr gute Dienste leisten, allerdings sollten Sie es nie ohne professionelle Anleitungausprobieren. Ohne Anleitung und Training kann mit dem Halti nämlich auch einiges schiefgehen– schließlich ist die Schnauze, über der es liegt, ein sehr empfindlicher Körperteil des Hundes.

5. TRICKS

Leckerli, ein quietschendes Spielzeug, ein Clicker – jeder Hund hat seine Lieblingsbelohnung, für die er sofort alles stehen und liegen lässt. Und für die er eben auch das Ziehen an der Leine sein lässt. Die altbewährten Tricks zeigen Wirkung – sind aber mitunter gefährlich. Die Gefahr besteht darin, dass der Hund es als Bestätigung auffassen kann, wenn Leckerli oder Spielzeug zum Einsatz kommen und das Timing dabei falsch ist. Er denkt, dass er für das Zerren an der Leine gelobt wird, wenn er zieht und zeitgleich belohnt wird. Eben deswegen ist der Einsatz von typischen Tricks mit Vorsicht zu genießen – der Zeitpunkt muss genau stimmen. Der Vorteil dieser Methode liegt allerdings auf der Hand: Sie haben in Sekundenschnelle die Aufmerksamkeit Ihres Hundes und bringen ihn vom unerwünschten Zerren ab.

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