Unsauberkeit beim Hund

Ständige Pfützen in der Wohnung sind auch für überzeugte Hundefans Horror pur. So unterschiedlich die Ursachen sind, so verschieden auch die Therapien. Denn die Pfütze kann Frechheit, Schwäche, Unsicherheit, Unterwerfung oder ein Irrtum sein.
 
Verhalten: Unsauberkeit © animals-digital.de
Eventuell traut sich Ihr Hund nicht, unterwegs sein Geschäft zu verrichten.

1. FRECHHEIT

Kaum zu glauben: Der Hund pinkelt in die Wohnung – und kommt sich dabei auch noch toll vor. Von wegen Reue: Für ihn ist das Pinkeln ein Zeichen von Stärke. Wie kann das sein? Ein Rüde, der in der eigenen oder anderen Wohnungen das Bein hebt, der ist aus seiner eigenen Sicht der „leader of the pack“ – der Anführer, der Boss, der Obermacker sozusagen. Da stimmt etwas ganz gewaltig nicht in Sachen Rangordnung (und leider auch in Sachen Erziehung). In so einem Fall braucht der Macho Nachhilfeunterricht. Im Grundkurs in der Hundeschule oder besser in Einzelstunden mit einem Trainer sollte dem Besitzer gezeigt werden, wie er seinen Tonangeber auf den Boden der Hundetatsachen bringt. Der da wäre: Der Chef im Ring (und im Haus) ist der Mensch.

2. SCHWÄCHE

Sehr alte, chronisch kranke Hunde oder manchmal auch kastrierte Hündinnen können nichts dafür – es tröpfelt. Sie können den Urin tatsächlich schlicht und einfach nicht halten und leiden selbst darunter. Schimpfen wäre hier also ganz falsch. Zuerst sollten Sie immer den Tierarzt um Rat fragen. Wenn der nicht helfen kann, dann bleibt nichts anderes übrig, als mit gut zu waschenden Decken die wichtigsten Schlafplätze des Hundes zu schützen. Außerdem gibt es für schwerere Fälle auch eigene Inkontinenzdecken und Hundewindeln.

3. UNSICHERHEIT

Eventuell traut sich Ihr Hund nicht, unterwegs sein Geschäft zu verrichten. Dann bleibt ihm nichts anderes mehr übrig, als es zu Hause zu erledigen. Klingt komisch, kann aber vorkommen. Nämlich dann, wenn es in dicht besiedelten Gegenden zwei, drei herrschsüchtige Hunde gibt und sich die schüchternen Hunde ihnen unterlegen fühlen. Die Unsicheren trauen sich dann nicht, sich dort zu lösen, wo ein anderer seine Duft marke hinterlassen hat. Die Lösung wäre dann, beim Spaziergang andere Wege einzuschlagen, die nicht so hundeüberlaufen sind. Vielleicht läuft es bei Ihrem Hund in der Einsamkeit besser. Vor allem aber: Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Hundes!

4. UNTERWERFUNG

Das Gegenteil vom Frechheitspinkler (Punkt 1) ist der Unter werfungspinkler. Er öff net bei Angst, starker (und freudiger) Erregung oder nach einer angespannten Situation alle Schleusen. Für ihn ist das ein Zeichen von Demut – und aus Hundesicht auch ziemlich schlau. Denn das Gegenüber (wenn es kein Mensch ist, natürlich) wird durch den Geruch sofor t abgelenkt und überprüft ihn. Zeigt Ihr Hund z.B. bei Ihrer Rückkehr übermäßige Freude und setzt dabei Urin ab, sollten Sie ihn nicht durch gutes Zureden und Zuwendung darin bestärken. Sagen Sie ihm nur kurz Hallo und lenken Sie ihn dann mit einem kleinen Spiel ab.

5. IRRTUM

Hunde lernen schnell. Manchmal zu schnell. Dann verknüpfen sie Situation und Handlung falsch. Beispiel: Sie gehen immer nur so lange mit ihm raus, bis er gepinkelt hat. Dann wird er die Blase solange es geht zusammenkneifen, vielleicht bis nach Hause. Auch, wenn er häufi g draußen gestört wird, versucht er eventuell, das Pinkeln im Freien zu vermeiden. Und schließlich kann auch ein Schreck im entscheidenden Augenblick die falsche Kopplung verursacht haben. Lösung: erst einen ungestörten Ort suchen und den Hund loben, wenn er sich löst. Dann mit dem richtigen Spaziergang loslegen. So klappt es bald von alleine. Übrigens: Welpen sind oft zu aufgeregt und abgelenkt, um draußen zu pinkeln. Erst im sicheren Zuhause lösen sie sich.

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