Schüchternheit - so wird Ihr Hund mutiger

Kaum klingelt es, verzieht sich Ihr Hund vorsichtshalber unter dem Küchentisch. Beim Spaziergang macht ihn jeder andere Hund nervös, vor der Autofahrt zittert er am ganzen Leib, und auf neuen Wegen bleibt er alle paar Meter stehen. Vorsichtshalber. Kennen Sie das? Dann haben Sie ein Exemplar der extrem schüchternen Typen.
 
Verhalten: Schüchternheit © animals-digital.de
Konkrete Ängste lassen sich in winzig kleinen Schritt „entmachten“.

1. MUTPROBE

Der Glaube versetzt Berge – das gilt auch für den Glauben an sich selbst. Wenn Ihr Hund einmal gesehen hat, dass er – für ihn – schwierige Situationen meistern kann, wird er wie von selbst immer mutiger werden. Dazu braucht er Ihre Unterstützung: Lassen Sie Ihren Hund ganz leichte „Mutproben“ machen – zum Beispiel auf einem Baumstamm balancieren oder über einen Graben springen. Spornen Sie ihn vorher an und bewundern Sie ihn hinterher, was das Zeug hält. Nach dieser Bewunderung von Ihnen wird der Hund richtig süchtig und wagt deshalb mehr und mehr.

2. SICHERHEIT

Wenn wir Menschen uns vor etwas fürchten, dann wirkt es ungemein ermutigend, wenn einem jemand zur Seite steht, der ganz ruhig bleibt. Dem Hund geht es da nicht anders. Und der jemand, der ganz ruhig bleibt, das sind Sie. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass er sich immer auf Sie verlassen kann. Wenn er Anzeichen von Angst zeigt, dann werden Sie umso sicherer und souveräner. Wenn er stehen bleibt, dann gehen Sie vor und sagen ruhig: „Hier ist nichts!“ Wenn er nicht auf einem Gitt er laufen will, dann zeigen Sie ihm, dass es sich ganz leicht darauf laufen lässt.

3. TRAINING

Konkrete Ängste lassen sich in winzig kleinen Schritt „entmachten“. Diese Methode wird auch als Desensibilisierung bezeichnet: Der Hund wird mit seinen Ängsten vorsichtig konfrontiert und dadurch allmählich abgehärtet, desensibilisiert. Bei Angst vor Silvesterkrachern trainiert man den Hund zum Beispiel mit einer eigenen CD. Zuerst ganz leise, dann allmählich lauter werden die Knaller abgespielt. Jedes Mal wird der Hund gelobt und belohnt, wenn er ruhig geblieben ist. Erst dann kommt die nächste Steigerung. Diese kleinen Schritt e sind enorm wichtig! Wird der Hund überfordert, dann verunsichern Sie ihn nicht noch mehr. Genau wie bei den Krachern funktioniert die Methode auch bei anderen Ängsten (Auto, Bahngleise etc.). Step by step!

4. VORBILD

Kinder gucken sich viel ab. Auch die falschen Sachen. Bei Hunden ist das ähnlich. Nutzen Sie das und stellen Sie Ihrem schüchternen Hund einen selbstbewussten Freund zur Seite.Das muss nicht gleich ein eigener Zweithund sein, aber vielleicht können Sie sich einen aus dem Freundeskreis oder aus der Hundeschule „ausleihen“ (mit Herrchen oder Frauchen). Beim gemeinsamen Spaziergang und im Umgang mit dem mutigen Vorbild wird Ihr scheues Exemplar viel dazulernen und sich bestimmt von seinem Kumpel zur einen oder anderen Sache anstiften lassen, die er alleine nicht wagen würde.

5. ZUVERSICHT

Hat Ihr Hund auch Ängste, die Ihnen absolut unsinnig und übertrieben erscheinen? Dann können Sie die auch getrost ignorieren. Keine Sorge, das macht Sie nicht zum Tierquäler. Im Gegenteil: Sie tun Ihrem Hund einen Gefallen damit. Denn wenn Sie ganz lässig seine Ängste überspielen, dann beruhigt ihn das. Aufregung oder Mitleid von Ihrer Seite wird ihn dagegen bestätigen. Nach dem Motto: Herrchen oder Frauchen ist auch ganz nervös, es muss wirklich eine ganz gefährliche Situation sein! Nein. Einfach cool bleiben, weitergehen und dem Hund dadurch Zuversicht schenken.

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