Diebstahl: Was tun, wenn der Hund klaut?

Manche Hunde sind wirklich ausdauernde Diebe. Wieder und wieder schnappen sie sich Socken, Schlüsselbund oder Schuh und schleppen die Beute in ihr Lager. Was steckt dahinter, was lässt sich ändern?
 
Verhalten: Diebstahl © animals-digital.de
Manchmal klauen Hunde, weil sie gerade nichts Besseres zu tun haben.

1. DEINES & MEINES

Jeder Hund kann lernen, zwischen Dingen, die ihm gehören, und Dingen, die tabu sind, zu unterscheiden. Deshalb sollten Sie Ihrem Dieb eine eigene Kiste anlegen, aus der er nach Herzenlust klauen darf. In die Kiste kommen natürlich lauter Sachen, die er bevorzugt stibitzt. Also ein Socken, ein Schuh, ein Stofftier etc. – nur für ihn alleine! Der Unterschied zu den Dingen, die tabu sind, ist der Geruch: Alles, was nach ihm riecht, gehört ihm. Alles, was nicht so riecht, ist verboten. Ein einfacher unterstützender Trick ist übrigens, möglichst wenig Verbotenesoffen liegen zu lassen. Was nicht erreichbar ist, wird auch nicht geklaut.

2. ACH DU SCHRECK!

Ein Schreck schreckt ab. Das funktioniert bei verschiedenen Unarten ganz gut – auch beim Diebstahl kann man die Methode ausprobieren. Dazu brauchen Sie ein paar Sachen aus einem Laden für Scherzartikel. Zum Beispiel einen Zischkarton, der Alarm schlägt, wenn man ihn berührt. Oder einen „Schachtelteufel“, also eine Box, aus der eine Puppe an einer Spirale herausspringt, wenn sie geöffnet wird. Wichtig ist, dass das bevorzugte Diebesgut jetzt noch auf oder in dem Zischkarton oder der Spiral-Box platziert wird. Denn nur, wenn der Schreck mit dem begehrten Klau-Objekt verknüpft wird, funktioniert auch die Abschreckung.

3. IN FLAGRANTI

Die beste und effektivste Lösung ist (wie bei jedem unerwünschten Verhalten): Sie erwischen den Hund direkt beim Diebstahl und können dementsprechend auch direkt darauf reagieren. Und zwar am besten erst einmal mit einem lauten und energischen „NEIN!“ Oder aber Sie wenden die typischen Abschreckmaßnahmen an, wie zum Beispiel eine mit Kies gefüllte Dose, die Sie auf den Boden werfen und die richtig Krach macht. Das klappt aber eben nur, wenn Sie den Hundedieb auf frischer Tat ertappen.

4. ÖDE?

Manchmal klauen Hunde, weil sie gerade nichts Besseres zu tun haben. Aus Langeweile entstehen ja oft die komischsten Ideen – das kennen bestimmt auch alle Eltern. Hunde brauchen nun einmal genügend körperliche und geistige Auslastung. Abgesehen davon sollten Sie zwei weitere Aspekte hinterfragen. Zum einen die Möglichkeit einer Scheinträchtigkeit: Vielleicht will Ihre Hündin aus dem Diebesgut ein Nest bauen? Oder aber die der unbewussten Bestätigung. Fanden Sie es vielleicht witzig und süß, als Ihr Hund das erste Mal einen Schuh anschleppte? Kein Wunder, dass er es immer wieder macht.

5. GEHEIME ÄNGSTE

Es könnte sein, dass Ihr Hund nur aus einem einzigen Grund klaut: Er will Ihnen nah sein. Das klingt vielleicht paradox, aber immerhin haftet vermutlich vielen der gestohlenen Dinge Ihr Geruch an. Eventuell sammelt der Hund also einfach Ihre Geruchsstoffe ein. Um herauszufinden, ob hinter dem diebischen Verhalten eigentlich eine verborgene Trennungsangst steckt, sollten Sie sich folgende Fragen stellen: Ist Ihr Hund viel alleine? Zeigt er Anzeichen von psychischem Stress wie zum Beispiel ständiges Lecken der Pfoten? Ist er extrem anhänglich, wenn Sie zu Hause sind? Falls das alles zutrifft, braucht Ihr Hund vielleicht noch einmal ein extra „Alleine-bleiben“-Training.

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