Dem Hund das Anspringen abgewöhnen

Eine umwerfende Begrüßung! Das finden nicht alle lustig – vor allem nicht Fremde, die angesprungen werden.
 
Verhalten: Anspringen © animals-digital.de
Eines sollte Ihnen immer klar sein: Ihr Hund springt Sie nicht an, weil er Sie ärgern will.

1. BODENHAFTUNG...

...wiedergewinnen – das ist das Ziel, wenn Sie einem Hund das Anspringen abgewöhnen wollen. Gehen Sie dazu erst einmal in die Knie und richten Sie beide Handflächen gegen den Hund. Wichtig: Strahlen Sie dabei Freundlichkeit und Ruhe aus, der Hund soll sich nicht bestraft fühlen, da er ja aus einem Instinkt heraus handelt. Deuten Sie dann mit einer Hand auf den Boden. Wenn er sich setzt oder hinlegt, wird der Hund gleich belohnt. Diese Übung muss mehrfach wiederholt werden und sollte folgende Reaktion hervorrufen: Der Hund stutzt zunächst, folgt dann neugierig der Hand und lernt: Wenn ich auf dem Boden bleibe, werde ich belohnt!

2. INS LEERE LAUFEN...

...lassen dürfen Sie Ihren Hund gelegentlich auch – nämlich dann, wenn es, so wie in diesem Fall, der guten Erziehung dienlich ist. In dem Moment, in dem der Hund Sie anspringen will, drehen Sie sich weg oder gehen einen Schritt zur Seite, sodass er ins Leere springt. Danach bieten Sie ihm aber gleich eine Alternative, indem Sie ihm ganz ruhig und freundlich die Anweisung „Sitz!“ geben. Deuten Sie dabei bestimmt neben sich und gehen Sie wieder zur Seite, wenn Ihr Hund noch einmal versuchen sollte, Sie anzuspringen. Erst wenn Ihr Hund wirklich brav neben ihnen sitzt, wird er gelobt und bekommt eine Belohnung. Dieses Erfolgserlebnis (Lob plus Belohnung) wird ihm irgendwann den Sprung ersetzen, und er wird Sie von alleine sitzend begrüßen.

3. ÜBERRASCHUNG...

...bedeutet erst einmal: Ablenkung. Dieser Trick funktioniert in vielen Bereichen der Hundeerziehung. Um den Hund von unerwünschtem Verhalten abzubringen, muss man seine Handlung nämlich zuerst einmal unterbrechen. Und genau das bekommt man mit einem Überraschungseffekt am besten hin. Wenn Ihr Hund auf Sie zuspringt, dann gehen Sie hoch aufgerichtet auf ihn zu und machen Sie ihn zusätzlich mit einem Pfiff oder Ruf auf sich aufmerksam. Dazu deuten Sie mit der ausgestreckten Hand neben sich. Der Hund wird irritiert davon sein, dass Sie auf ihn zugehen, und der Pfiff oder Zuruf unterbricht seine begonnene Handlung, also das Anspringen. Das ist schon die halbe Miete, jetzt muss er nur noch sitzen und gelobt werden.

4. SPIEL UND SPASS

Eines sollte Ihnen immer klar sein: Ihr Hund springt Sie nicht an, weil er Sie ärgern will. Im Gegenteil, für ihn ist es ein wichtiges Begrüßungsritual. Deshalb wird er nur schwer einsehen, dass dieses Ritual einfach abgeschafft werden soll. Leichter fällt es ihm, wenn ein neues Ritual zur Begrüßung eingeführt wird, das das Anspringen ersetzt. Zum Beispiel: ein Ballspiel. Werfen Sie den Ball und lassen Sie ihn sich vom Hund bringen – natürlich verbunden mit einem großen Lob. Wenn Sie das konsequent bei jedem Anspringen machen, wird der Hund eine Verknüpfung herstellen. Statt Anspringen wird gespielt!

5. ZUM ABGEWÖHNEN...

...findet ein Hund es, wenn er länger als beabsichtigt in der Anspring-Position verharren muss. Und genau aus diesem Grund lohnt es sich, folgende Methode zu testen – schließlich soll er sich das Anspringen ja wirklich abgewöhnen. Fangen Sie Ihren Hund im Sprung ab und nehmen Sie seine beiden Vorderpfoten in die Hände (so, als wollten Sie mit ihm ein Tänzchen veranstalten) und halten Sie ihn hoch. Wahrscheinlich wird der Hund relativ schnell die Schnauze von dieser aufrechten Stellung voll haben und sich lieber freiwillig wieder mit allen Vieren auf den Boden begeben. Besonders für große Hunde ist diese Methode relativ ungemütlich und daher wirksam. Die Hunde lernen: Anspringen hat unangenehme Folgen.
 

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