Auf Abwegen beim Spaziergang

Kennen Sie das? Bei jedem Spaziergang sind Sie ständig damit beschäftigt, zu sehen, wo Ihr Hund eigentlich ist. Entweder er trödelt und bleibt immer weiter zurück – oder er prescht im Eiltempo vorneweg und kümmert sich nicht die Bohne um Sie. Testen Sie folgende Strategien:
Verhalten: Auf Abwegen © animals-digital.de
Wenn Ihr Hund merkt, dass es da, wo Sie sind, am spannendsten ist, wird er gerne in Ihrer Nähe bleiben.

1. SHOW-EINLAGE

Wenn Ihr Hund merkt, dass es da, wo Sie sind, am spannendsten ist, wird er gerne in Ihrer Nähe bleiben. Schließlich könnte er etwas verpassen, wenn er strawanzen geht. Doch wie machen Sie sich für ihn interessant? Das wird nicht ohne eine kleine Show-Einlage gehen: Bewaffnen Sie sich mit Trillerpfeife, Futterbeutel, Clicker oder Spielzeug. Legen Sie zwischendurch einen unerwarteten Sprint ein, gehen Sie plötzlich in die Hocke, fuchteln Sie mit dem Futterbeutel. Sie können noch eine Schippe drauflegen, indem Sie leise mit sich selbst sprechen. Erzählen Sie sich einfach, wie toll das Leckerli ist, das Sie in der Hand halten, oder wie spannend das Spielzeug ist. Ihr Hund wird neugierig werden und um Sie herumspringen. Und dafür gibt es ein Spiel, ein Leckerli – und Ihre sichtliche Freude.

2. GEHEN SIE IHREN WEG

So kennt es der Hund: Sie behalten ihn ständig im Auge, reagieren auf alles, was er macht. Wenn er trödelt, drehen Sie sich um. Wenn er vorausläuft, hetzen Sie hinterher. Machen Sie es doch einfach mal ganz anders: Gehen Sie wortlos und entschlossen Ihren Weg – am besten in einer Umgebung, in der Sie noch nie waren. Wenn der Hund zurück bleibt, dann drehen Sie sich nicht um! Rennt er voraus, dann wenden Sie sich sofort ab und gehen in die entgegengesetzte Richtung weiter. Wortlos und ohne einen Blick zurück zum Hund. Nur wenn der Hund in Ihrer Nähe bleibt, loben Sie ihn und belohnen ihn mit Leckerli, Clicker, oderSpielzeug. Der Hund verlässt sich darauf, dass Sie ihn nicht weit laufen lassen, und er wird verunsichert, wenn Sie sich plötzlich nicht mehr für ihn interessieren.

3. PLÖTZLICH UNSICHTBAR

Hier treiben Sie den Trick Nummer zwei („Gehen Sie Ihren Weg“) noch ein bisschen weiter. Sie gehen nicht nur einfach ungerührt weiter und beachten den Hund gar nicht – Sie verschwinden plötzlich komplett. Verstecken Sie sich blitzschnell und wortlos. Dabei sollten Sie den Hund allerdings im Blick behalten und in dem Moment, in dem er sich suchend umschaut, kurz rufen oder pfeifen. Machen Sie kein großes Theater, wenn er auf Sie zurennt, denn das ist schließlich selbstverständlich. Aber kaum rast e rweiter oder fängt wieder an, sich schnuppernd zu entfernen, sind Sie wieder verschwunden. Hintergrund dieses Tricks ist wieder, den Hund durch unerwartetes Verhalten zu verunsichern und dadurch die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

4. KONKURRENZ

Eifersucht kann eine sehr starke Triebfeder sein – bei Menschen. Bei Hunden geht es zwar nicht um Eifersucht wie wir Menschen sie kennen – aber manche Hunde haben Angst, ihren Platz in der Rangordnung zu verlieren. Testen Sie es! Gehen Sie mit einem oder mehreren Bekannten und Freunden samt Hunden Gassi. Wichtig ist, dass ein braver Hund mit von der Partie ist. Kaum ist Ihr Streuner losgedüst, kümmern Sie sich um den braven Kollegen. Loben Sie ihn und schenken Sie ihm Ihre ganze Aufmerksamkeit. Falls Ihr Hund zu den eifersüchtigen Exemplaren gehört, dann wird er sich ganz schnell wieder an Ihrer Seite einfinden. Wenn er dann da bleibt, bekommt er auch eine Belohnung– und vor allem das, was er am meisten will: Ihre Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten.

5. AN DIE LANGE LEINE

Wenn alle Tricks und Show-Einlagen nicht gefruchtet haben, bleibt Ihnen noch der Einsatz einer langen Schleppleine. Wenn Ihr Hund an der langen Leine geht, dann können Sie bestimmen, wie weit der Hund vorauslaufen darf oder wie weit er hinter Ihnen zurückbleiben kann. Nutzen Sie das, um ständig die Richtung oder das Tempo zu wechseln. Ihrem Hund bleibt so nichts anderes übrig, als aufmerksam auf Sie zu achten, weil er ansonsten ständig unfreiwillig gestoppt wird. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Hund nur aus Langweile zum Strawanzer wird oder ob er einfach noch keinen guten Gehorsam hat. Um diesen Grundgehorsam zu üben, eignet sich so ein Distanztraining mit der langen Schleppleine auf jeden Fall.

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